Patientenverfügung   Vorsorgevollmacht

Betreuungsverfügung

Mittels einer Betreuungsverfügung bestimmen Sie, dass Ihre rechtliche Vertretung später nicht auf privatem Weg sondern offiziell über das Gericht erfolgt. Dieser Weg ist immer dann sinnvoll, wenn Sie niemanden benennen können, dem Sie ausreichend vertrauen. Ferner ist er anzuraten, wenn im familiären Umfeld im Fall Ihrer Geschäftsunfähigkeit Konflikte zu befürchten sind und Sie dem Menschen Ihres Vertrauens eine stabilere Position verschaffen möchten.
Sie bestimmen erstens, wer Ihr rechtlicher Betreuer sein soll und zweitens, was der Betreuer in Ausübung seines Amtes beachten muss.
Wenn Sie niemanden benennen können, macht eine Betreuungsverfügung dennoch Sinn, wenn Ihnen bestimmte Anliegen, der Betreuer beachten soll, sehr wichtig sind. Für Verfügungen bzgl. der rechtlichen Vertretung gegenüber Ärzten, Kliniken und Pflegediensten empfiehlt sich eine separate Patientenverfügung, in der Sie Ihre Wünsche und Anweisungen niederlegen können.



Es gibt 2 Varianten, eine Betreuungsverfügung abzufassen:

Variante 1. Sie können sich eines Formulars bedienen, so wie es vom Hessischen Ministerium der Justiz und dem Bundesjustizministerium entworfen wurde und in der Broschüre Betreuungsrecht (Hessen) bzw. Betreuungsrecht (Bund) abgedruckt ist.

Bei Variante 1 ist folgendes zu beachten:

Sie sollten bedenken, dass wirklich jede Position des Formulars von Ihnen „bearbeitet” wird. Bleibt eine Position offen und kommt in diesem Bereich später zu einem Regelungsbedarf, müsste dafür dann trotz der ansonsten bestehenden Vollmacht eine rechtliche Betreuung eingerichtet werden.



Variante 2. Sie können einen individuellen Text verfassen wie er beispielhaft im folgenden dargestellt ist:

Der folgende Beispieltext soll verdeutlichen, worum es geht; er ist noch auf den Einzelfall ab zu stimmen, individuelle Anliegen sollten berücksichtigt werden.

„Wenn für mich ein Betreuer bestellt werden muss, so bitte ich folgende Wünsche zu beachten:
Mein Bruder Rudolf soll Betreuer werden, nicht jedoch mein Bruder Richard! Falls Rudolf die Betreuung nicht übernehmen kann, soll diese meiner Nichte Sabine übertragen werden.
Meine auswärts lebende Schwägerin Maria besucht mich häufig, die Fahrtkosten ersetze ich ihr. Dabei soll es auch künftig bleiben.
Ich erfreue mich an gemeinsamen Unternehmungen (Ausflüge, Café-Besuch) mit meiner Schwester Luise oder mit meiner Freundin. Dabei übernehme ich alle Kosten, auch dies möchte ich beibehalten!
Wenn irgend möglich, möchte ich meine Gewohnheit beibehalten, zusammen mit meiner Schwester Luise Urlaub zu machen, wobei die für sie entstehenden Kosten von mir getragen werden.
Meinen Geburtstag möchte ich weiterhin zusammen mit Freunden und Verwandten auf meine Kosten in einem guten Restaurant feiern.
Jeder Neffe und jede Nichte soll zum Geburtstag ein Geldgeschenk erhalten, wobei ich z.Zt. einen Betrag in der Größenordnung von  .... € für angemessen halte.
Mein Haustier Purzel möchte ich so lange es geht bei mir haben...
Im Pflegefall möchte ich zu Hause von meiner Schwester Luise versorgt werden; sie soll wie eine Berufspflegekraft vergütet werden.
Lässt sich dies nicht verwirklichen, so möchte ich ein Einzelzimmer der Pflegeabteilung des Altenheims, bei dem ich mich vorsorglich angemeldet habe, belegen. In ein anderes Pflegeheim unserer Stadt möchte ich nicht einziehen!

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(Name, Geburtsdatum, Anschrift des Verfassers)

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(Ort, Datum, Unterschrift des Verfassers)

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(Name, Anschrift, Stempel des/r Zeugen)


letzte Aktualisierung: 21.05.2007




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