Vorsorgevollmacht   Betreuungsverfügung

 

Patientenverfügung

 

Eine Patientenverfügung regelt insbesondere den Fall, dass Sie bei Vorliegen einer schwersten Erkrankung Ihre rechtlichen Angelegenheiten gegenüber Ärzten, Kliniken und Pflege­diensten nicht mehr selbst wahrnehmen können. Sie legen verbindlich nieder, wie Sie zu Fragen der Lebensverlängerung stehen. Sie schreiben also in gesunden Zeiten auf, was Ihre Wünsche für diese Fälle sind und bevollmächtigen zusätzlich eine vertrauenswürdige Person, die Ihren Willen dann durchsetzt.

 

Machen Sie sich klar, dass es bei der Patientenverfügung um „Leben oder Tod“ geht. Bei Entscheidungen mit solcher Tragweite kann und darf es keine einfachen Lösungen geben. Wenn Sie für sich in dieser Frage vorsorglich Festlegungen treffen wollen, müssen Sie sich damit in gesunden Zeiten sorgfältig befassen und eine glaubwürdige Patientenverfügung erstellen. Glaubwürdig heißt: der Arzt, der später die Behandlung bzw. die Nichtbehandlung (z.B. Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen) auf Ihrer Patientenverfügung aufbauen soll, muss glauben können, dass Sie bei Abfassung die Tragweite und die Problempunkte verstanden haben und sich über die (nicht mehr korrigierbaren) Folgen im klaren waren.

 

Das einfache Ankreuzen eines Formulars erleichtert die Erstellung einer Patienten­verfügung zwar sehr. Sie laufen aber Gefahr, dass Ihre Verfügung dann, wenn sie nach Jahren gebraucht wird, angezweifelt wird. Wenn Sie Ihre Patientenverfügung dennoch in Formularform abfassen möchten, empfehlen wir das Formular einer Patientenverfügung aus der Broschüre des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz „Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter durch Vollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung”, S. 24 ff.

 

 

Neben dem o.g. Formular gibt es 2 weitere Möglichkeiten, eine Patientenverfügung abzufassen:

 

Variante 1: Sie verfassen eine Verfügung (in Anlehnung an den folgenden Mustertext), in der Sie eher allgemein Ihre Haltung zu der Frage einer Lebensverlängerung (bei einer zukünftig evtl. eintretenden sehr schweren Erkrankung) niederlegen und bevollmächtigen eine Person, diese Ihre Wünsche im Ernstfall gegenüber Ärzten und Pflegepersonal durchzusetzen.

 

Diese Vorgehensweise empfiehlt sich dann, wenn die Patientenverfügung in jüngeren Jahren und/oder in einer Situation stabiler Gesundheit ohne bereits vorliegender schwerwiegender Erkrankung verfasst werden soll. Die Beratung durch den Hausarzt ist sehr zu empfehlen.

Eine auf diese Weise verfasste Patientenverfügung könnte allerdings dann, wenn der „Ernstfall“ eintritt, in höherem Maße auf kritisches Hinterfragen seitens der behandelnden Ärzte stoßen als

 

Variante 2:  eine Patientenverfügung, die sich an den Empfehlungen der Bundes- und Landesjustizminister orientiert und sehr konkret auf mögliche Komplikationen und Behandlungsalternativen eingeht.

Durch eine sehr viel gründlichere Auseinander­setzung

  • angesichts einer bereits vorliegenden schweren Erkrankung oder
  • mit Blick auf jetzt noch nicht absehbare (erst in der Zukunft evtl. eintretende) schwere Erkrankungen und die dann zu erwartenden Krankheitsverläufe

können die Verfasser unter einer großen Zahl von Textvarianten ihre eigene Patientenverfügung zusammenstellen.

Der nicht medizinisch gebildete Verfasser benötigt bei dieser Vorgehensweise mit Sicherheit ausführliche ärztliche Beratung.


 
 
 
Variante 1:  Allgemeiner formulierte Fassung

 

Vorbemerkung

Der folgende Beispieltext (kursiv gedruckt) soll verdeutlichen, worum es geht. Er ist für den Einzelfall nicht ausreichend. Evtl. sehen Sie einige Dinge anders als in der folgenden Vorlage enthalten und kommen deshalb zu anderen Wünschen bzw. Verfügungen. Individuelle Überzeugungen, Motive und persönliche Erlebnisse, die zu den formulierten Wünschen führen, sollten eingearbeitet werden, um Ihrer Verfügung mehr Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit zu verleihen.

 

 

Patientenverfügung

 

Ausgangspunkt für die Abfassung dieser Verfügung ist meine Erfahrung mit .... (Vater, Mutter, Familienangehörigen, Freund). Diesem/r ist Folgendes widerfahren: .... Ich möchte dieses auch/möchte dieses nicht so erleben müssen...


Für den Fall, dass ich durch Krankheit, Unfall oder Behinderung zur Bildung oder Äußerung meines Willens nicht mehr in der Lage bin, erkläre ich:
Solange eine realistische Aussicht auf Erhaltung eines erträglichen Lebens besteht, erwarte ich ärztliche und pflegerische Hilfe unter Ausschöpfung der angemessenen Möglichkeiten. Grundsätzlich hat für mich die Lebensqualität Vorrang vor der Lebensverlängerung um jeden Preis.

 

Ich wünsche vom Einsatz lebensverlängernder Maßnahmen, insbesondere intensivmedizini­scher Behandlung, abzusehen, die mich daran hindern, in Frieden zu sterben. In jedem Fall erwarte ich eine konsequente Schmerztherapie, auch wenn sie süchtig machen, lebensverkürzend oder bewusstseinstrübend wirken sollte.

 

Das selbe gilt, wenn ich ohne Aussicht auf Wiedererlangung des Bewusstseins im Koma liegen sollte, auch wenn der Sterbevorgang noch nicht eingesetzt hat (z.B. wegen schwerer Dauerschädigung des Gehirns oder dauernden Ausfalls lebenswichtiger körperlicher Funktionen).

 

(oder im Gegenteil:) Ich wünsche, dass alle ärztlichen Maßnahmen ergriffen werden, die möglich sind, mein Leben zu verlängern.

 

Nach Möglichkeit möchte ich in meiner bisherigen, vertrauten Umgebung bleiben können.

 

Im Falle einer schweren Erkrankung oder bei erforderlicher Intensivpflege möchte ich den Beistand eines Geistlichen der Konfession ............................................................. und /oder eines Hospizdienstes.

 

Ich bin mit Organentnahmen zum Zwecke der Spende einverstanden / nicht einverstanden / folgende Organe dürfen entnommen werden:

 

Ich widerspreche ausdrücklich einer Obduktion / ich stimme zu.

 

Zu meiner Beerdigung treffe ich folgende Anordnungen: Mit der Totensorge, Gestaltung der Beerdigung, der Anzeigen, Bestimmung des Ortes der Beisetzung usw. beauftrage ich Frau Maier / Firma Müller.

(oder:) über meine diesbezüglichen Wünsche habe ich mit meinem Bevollmächtigten gesprochen, er ist berechtigt, meine Wünsche zu realisieren.


Ich benenne als Person meines besonderen Vertrauens meinen Freund/meinen Ehemann/meine Tochter (Name/ Anschrift/ Telefon) .........................................................


Für den Fall deren/dessen Verhinderung bevollmächtige ich als Ersatzperson:  .........................................................

 

und bevollmächtige sie, mich rechtlich zu vertreten und meinen schriftlich geäußerten Willen in die Tat umzusetzen. Ihr/ihm gegenüber entbinde ich die behandelnden Ärzte von ihrer Schweigepflicht und bestimme, die notwendigen Maßnahmen mit ihr / ihm an meiner Stelle abzusprechen.

 

Der/die Bevollmächtigte ist berechtigt, Erklärungen (Zustimmungen und Verweigerungen) bei/zu ärztlichen Behandlungen abzugeben.

 

Er / sie darf in eine Untersuchung meines Gesundheitszustandes, eine Heilbehandlung oder einen ärztlichen Eingriff einwilligen, auch wenn die Gefahr besteht, dass ich dabei sterbe oder einen schweren, länger dauernden gesundheitlichen Schaden erleide.

Er / Sie muss dazu die vorherige Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes einholen.
(Erläuterung: Wenn Sie diesen Baustein nicht in die Vollmacht aufnehmen, wird im Bedarfsfall ein Betreuungsverfahren erforderlich.)

 

Diese Erklärung befindet sich bei meinen Ausweispapieren/ bei meinem Hausarzt Dr. XYZ, beim Vormundschaftsgericht/ bei der Person meines Vertrauens. Außerdem ist sie hinterlegt bei:

......................................................................................................................................... (Name, Geburtsdatum, Anschrift des Verfassers)

 

.........................................................................................................................................
(Ort, Datum, Unterschrift des Verfassers)

 

.........................................................................................................................................
(Name, Anschrift, Stempel des/r Zeugen)

 

 

 

 

1. Aktualisierung:

 

.........................................................................................................................................
(Ort, Datum, Unterschrift des Verfassers)

 

 

..........................................................................................................................................
(Name, Anschrift, Stempel des/r Zeugen)

 

 

 

 


Variante 2: detailliert formulierte Fassung

 

einer Patientenverfügung, die sich an den Empfehlungen der Bundes- und Landesjustizminister orientiert und Textbausteine für eine sehr detaillierte Gestaltung der Patientenverfügung anbietet. Mit ihrer Hilfe können Sie einen eigenen Text zusammenstellen. Für ein und die selbe Situation finden Sie jeweils Textbausteine für jemanden, der als Therapieziel die Lebenserhaltung hat. Für dieselbe Situation finden Sie aber auch Textbausteine für jemanden, dessen Therapieziel ausschließlich die Beschwerdelinderung ist. Daneben sind viele Zwischenstufen denkbar. Die angebotenen Formulierungen enthalten zum Teil sich ausschließende Möglichkeiten, sie sind durch das Wort „oder“ gekennzeichnet.

 

Folgende exemplarische Fragen sollen dazu anregen, über die eigenen Lebenseinstellungen und Wertvorstellungen nachzudenken. Sie beziehen sich auf:

 

 

·                         das bisherige Leben (Wurde ich enttäuscht vom Leben? Würde ich es anders führen, wenn ich nochmals von vorn anfangen könnte? Bin ich zufrieden, so wie es war? ...),

·                         das zukünftige Leben (Möchte ich möglichst lange leben? Oder ist mir die Qualität des Lebens wichtiger als die Lebensdauer, wenn beides nicht in gleichem Umfang zu haben ist? Welche Wünsche/Aufgaben sollen noch erfüllt werden? Wovor habe ich Angst im Hinblick auf mein Sterben?...) ,

·                         eigene leidvolle Erfahrungen (Wie bin ich mit Krankheit oder Schicksalsschlag fertig geworden? Was hat mir in schweren Zeiten geholfen? ...),

·                         die Beziehungen zu anderen Menschen (Welche Rolle spielen Familie oder Freunde für mich? Kann ich fremde Hilfe gut annehmen? Oder habe ich Angst, anderen zur Last zu fallen?...),

·                         das Erleben von Leid, Behinderung oder Sterben anderer (Welche Erfahrungen habe ich damit? Löst das Angst bei mir aus? Was wäre für mich die schlimmste Vorstellung? ...)’

·                         die Rolle der Religion im eigenen Leben (Was bedeutet mir mein Glaube angesichts von Leid und Sterben? Was kommt nach dem Tod? ...).

 

 

Die Beschäftigung mit diesen oder auch anderen Fragen kann bei der Meinungs­bildung zu möglichen Entscheidungssituationen hilfreich sein. Eine schriftliche Nieder­legung der eigenen Wertvorstellungen kann zudem die Ernsthaftigkeit einer Patienten­verfügung unterstreichen.

 

 


I. Empfohlener Aufbau einer schriftlichen Patientenverfügung

 

Eingangsformel*

Situationen, für die die Patientenverfügung gelten soll*

Festlegungen zu ärztlichen/pflegerischen Maßnahmen*

Wünsche zu Ort + Begleitung

Aussagen zur Verbindlichkeit

Hinweise auf weitere Vorsorgeverfügungen

Hinweis auf beigefügte Erläuterungen zur Patientenverfügung

Organspende

Schlussformel*

Schlussbemerkungen

Datum, Unterschrift*

Aktualisierung(en), Datum, Unterschrift

Vollmacht

Anhang: Wertvorstellungen

 

Besonders wichtige Bestandteile sind mit Sternchen* gekennzeichnet.


 
 
 

II.        Textbausteine. die für eine eigene Patientenverfügung verwendet werden können

 

a)     Eingangsformel

 

 

Ich   (Name, Vorname, geboren am, wohnhaft in) bestimme hiermit für den Fall, dass ich meinen Willen nicht mehr bilden oder verständlich äußern kann

 

b)      exemplarische Situationen, für die die Verfügung gelten soll

 

Wenn ich

- mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinde...

- mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit befinde, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist...

- in Folge einer Gehirnschädigung meine Fähigkeit, Einsichten zu gewinnen, Entscheidungen zu treffen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, nach Einschätzung zweier erfahrener Ärztinnen oder Ärzte (können namentlich benannt werden) aller Wahrscheinlichkeit nach unwiederbringlich erloschen ist, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist. Dies gilt für direkte Gehirnschädigung z.B. durch Unfall, Schlaganfall oder Entzündung ebenso wie für indirekte Gehirnschädigung z.B. nach Wiederbelebung, Schock oder Lungenversagen. Es ist mir bewusst, dass in solchen Situationen die Fähigkeit zu Empfindungen erhalten sein kann und dass ein Aufwachen aus diesem Zustand nicht ganz sicher auszuschließen, aber unwahrscheinlich ist[1].

- in Folge eines weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozesses (z.B. bei Demenzerkrankung) auch mit ausdauernder Hilfestellung nicht mehr in der Lage bin, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise zu mir zu nehmen[2].

-     Eigene Beschreibung der Anwendungssituation:........................................

 

 

[Anmerkung: Es sollten nur Situationen beschrieben werden, die mit einer Einwilligungsunfähigkeit einhergehen können.]

 

c)      Festlegungen zu  Einleitung  Umfang oder Beendigung  bestimmter ärztlicher Maßnahmen

 

Lebenserhaltende Maßnahmen

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich,

-        dass alles medizinisch Mögliche getan wird, um mich am Leben zu erhalten und meine Beschwerden zu lindern.

-       auch fremde Gewebe und Organe zu erhalten, wenn dadurch mein Leben verlängert werden könnte.

 

ODER

-        dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden. Hunger und Durst sollen auf natürliche Weise gestillt werden, gegebenenfalls mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ich wünsche fach­gerechte Pflege von Mund und Schleimhäuten sowie menschen­würdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege und das Lindern von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender Symptome.

 

 

Schmerz- und Symptombehandlung[3]:

 

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich eine fachgerechte Schmerz-und Symptombehandlung,

-        aber keine bewusstseinsdämpfenden Mittel zur Schmerz- und Symptombehandlung.

 

ODER

-        wenn alle sonstigen medizinischen Möglichkeiten zur Schmerz- und Symptomkontrolle versagen, auch bewusstseinsdämpfende Mittel zur Beschwerdelinderung.

-        die unwahrscheinliche Möglichkeit einer ungewollten Verkürzung meiner Lebenszeit durch schmerz- und symptomlindernde Maßnahmen nehme ich in Kauf.

 

 

Künstliche Ernährung[4]

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich,

-        dass eine künstliche Ernährung begonnen oder weitergeführt wird.

 

 

ODER

-         dass keine künstliche Ernährung unabhängig von der Form der künst­lichen Zuführung der Nahrung (z.B. Magensonde durch Mund, Nase oder Bauchdecke, venöse Zugänge) erfolgt.

 

 

Künstliche Flüssigkeitszufuhr[5]

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich

-        eine künstliche Flüssigkeitszufuhr.

 

ODER

-        die Reduzierung künstlicher Flüssigkeitszufuhr nach ärztlichem Ermessen.

 

ODER

-      die Unterlassung jeglicher künstlicher Flüssigkeitszufuhr.

 

 

 

 

 

Wiederbelebung[6]:

a)      In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich

 

-        in jedem Fall Versuche der Wiederbelebung.

 

ODER

-        die Unterlassung von Versuchen zur Wiederbelebung,

-        dass der Notarzt nicht verständigt wird bzw. dass ein ggf. hinzugezogener Notarzt unverzüglich über meine Ablehnung von Wiederbelebungsmaßnahmen informiert wird.

 

 

b)      Nicht nur in den oben beschriebenen Situationen, sondern in allen Fällen eines Kreislaufstillstands oder Atemversagens

 

-        lehne ich Wiederbelebungsmaßnahmen ab.

 

ODER

-        lehne ich Wiederbelebungsmaßnahmen ab, sofern diese Situationen nicht im Rahmen medizinischer Maßnahmen unerwartet eintreten.

 

 

 

Künstliche Beatmung:

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich

-        eine künstliche Beatmung, falls dies mein Leben verlängern kann.

 

ODER

-        dass keine künstliche Beatmung durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Beatmung eingestellt wird, unter der Voraussetzung, dass ich Medikamente zur Linderung der Luftnot erhalte. Die Möglichkeit einer Bewusstseinsdämpfung oder einer ungewollten Verkürzung meiner Lebenszeit durch diese Medikamente nehme ich in Kauf.

 

 

 

 

Dialyse:

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich

-        eine künstliche Blutwäsche (Dialyse), falls dies mein Leben verlängern kann.

 

ODER

-        dass keine Dialyse durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Dialyse eingestellt wird.

 

 

Antibiotika

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich

- Antibiotika, falls dies mein Leben verlängern kann.

 

ODER

- Antibiotika nur zur Linderung meiner Beschwerden.

Blut/Blutbestandteile

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich

- die Gabe von Blut oder Blutbestandteilen, falls dies mein Leben verlängern kann.

 

ODER

- die Gabe von Blut oder Blutbestandteilen nur zur Linderung meiner Beschwerden.

 

 

d)      Organspende:

 

 

Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu[7] (ggf.: Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt). Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientenverfügung ausgeschlossen habe, dann

(Alternativen)

- geht die von mir erklärte Bereitschaft zur Organspende vor.

- gehen die Bestimmungen in meiner Patientenverfügung vor.

 

ODER

- Ich lehne eine Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken ab.

 

 

e)      Ort der Behandlung. Beistand:

 

 

Ich möchte

- zum Sterben ins Krankenhaus verlegt werden.

 

ODER

- wenn irgend möglich zu Hause bzw. in vertrauter Umgebung sterben.

 

ODER

- wenn möglich in einem Hospiz sterben.

 

 

Ich möchte

-        Beistand durch folgende Personen:........................................................ ................................................................................................................

 

 

- Beistand durch eine Vertreterin oder einen Vertreter folgender Kirche oder Weltanschauungsgemeinschaft:      

- hospizlichen Beistand.

 

 

 

f)      Aussagen zur Verbindlichkeit. zur Auslegung und Durchsetzung und zum Widerruf der Patientenverfügung

 

 

- Ich erwarte, dass der in meiner Patientenverfügung geäußerte Wille zu bestimmten ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und dem Behandlungsteam befolgt wird. Mein(e) Vertreter(in) z.B. Bevollmächtigte(r)/ Betreuer(in) soll dafür Sorge tragen, dass mein Wille durchgesetzt wird.

 

 

Sollte eine Ärztin oder ein Arzt oder das Behandlungsteam nicht bereit sein, meinen in dieser Patientenverfügung geäußerten Willen zu befolgen, erwarte ich, dass für eine anderweitige medizinische und/oder pflegerische Behandlung gesorgt wird. Von meiner Vertreterin/meinem Vertreter (z.B. Bevollmächtigte(r)/Betreuer(in)) erwarte ich, dass sie/er die weitere Behandlung so organisiert, dass meinem Willen entsprochen wird.

 

In Situationen, die in dieser Patientenverfügung nicht konkret geregelt sind, ist mein mutmaßlicher Wille möglichst im Konsens aller Beteiligten zu ermitteln. Dafür soll diese Patientenverfügung als Richtschnur maßgeblich sein. Die letzte Entscheidung über anzuwendende oder zu unterlassende ärztliche/pflegerische Maßnahmen liegt bei:

(Alternativen)

- meiner / meinem Bevollmächtigten

- meiner Betreuerin/ meinem Betreuer

- der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt

 

 

Wenn ich meine Patientenverfügung nicht widerrufen habe, wünsche ich nicht, dass mir in der konkreten Anwendungssituation eine Änderung meines Willens unterstellt wird. Wenn aber die behandelnden Ärztinnen und Ärzte / das Behandlungsteam / mein(e) Bevollmächtigte(r) / Betreuer(in) aufgrund meiner Gesten, Blicke oder anderen Äußerungen die Auffassung vertreten, dass ich entgegen den Festlegungen in meiner Patientenverfügung doch behandelt oder nicht behandelt werden möchte, dann ist möglichst im Konsens aller Beteiligten zu ermitteln, ob die Festlegungen in meiner Patientenverfügung noch meinem aktuellen Willen entsprechen. Die letzte Entscheidung über anzuwendende oder zu unterlassende ärztliche/pflegerische Maßnahmen liegt bei:

(Alternativen)

- meiner/ meinem Bevollmächtigten

- meiner Betreuerin/ meinem Betreuer

- der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt

 

 

g)   Hinweise auf weitere Vorsorgeverfügungen:

 

 

Ich habe zusätzlich zur Patientenverfügung eine Vorsorgevollmacht für

Gesundheitsangelegenheiten erteilt und den Inhalt dieser Patientenver­fügung mit der von mir bevollmächtigten Person besprochen:
Bevollmächtigte(r)
Name ........................................................................................................................
Anschrift ........................................................................................................................


Telefon: ........................................                    Telefax .................................

 

 

Ich habe eine Betreuungsverfügung zur Auswahl des Betreuers erstellt (ggf.: und den Inhalt dieser Patientenverfügung mit der/dem von mir gewünschten Betreuerin/ Betreuer besprochen).

gewünschte(r) Betreuerin/Betreuer

Name ...................................................................................................................

Anschrift: ..............................................................................................................

Telefon: ........................................                    Telefax .................................

 

- Ich habe einen Notfallbogen[8] ausgefüllt, den auch meine Hausärztin/ mein Hausarzt  bestätigt hat.

 

 

 

h)      Hinweis auf beigefügte Erläuterungen zur Patientenverfügung

 

Als Interpretationshilfe zu meiner Patientenverfügung habe ich beigelegt:

- Darstellung meiner allgemeinen Wertvorstellungen

 

 

i)      Schlussformel

 

- Soweit ich bestimmte Behandlungen wünsche oder ablehne, verzichte ich ausdrücklich auf eine (weitere) ärztliche Aufklärung.

 

 

k)      Schlussbemerkungen

 

 

- Mir ist die Möglichkeit der Änderung und des Widerrufs einer Patientenverfügung bekannt.

-         Ich bin mir des Inhalts und der Konsequenzen meiner darin getroffenen Entscheidungen bewusst.

- Ich habe die Patientenverfügung in eigener Verantwortung und ohne äußeren Druck erstellt.

- Ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte.

 

 

 

l)      lnformation/Beratung

 

 

- Ich habe mich vor der Erstellung dieser Patientenverfügung informiert bei ...............bzw. durch...............und beraten lassen durch .............................

 

 

m)      Ärztliche Aufklärung/ Bestätigung der Einwilligungsfähigkeit

 

 

Herr/Frau ..............................................................................................................

wurde von mir am   bzgl. der möglichen Folgen dieser Patientenverfügung aufgeklärt.

Er/sie war in vollem Umfang einwilligungsfähig.

      Datum ................  Unterschrift, Stempel der Ärztin/des Arztes ......................

 

Die Einwilligungsfähigkeit kann auch durch eine Notarin oder einen Notar bestätigt werden.

 

n)          Aktualisierung:

 

 

- Diese Patientenverfügung gilt solange, bis ich sie widerrufe.

 

ODER

- Diese Patientenverfügung soll nach Ablauf von (Zeitangabe)......... ihre Gültigkeit verlieren, es sei denn, dass ich sie durch meine Unterschrift erneut bekräftige

 

 

- Um meinen in der Patientenverfügung niedergelegten Willen zu bekräftigen, bestätige ich diesen nachstehend

 

 

- in vollem Umfang.

 

ODER

- mit folgenden Änderungen                                   

 

 

 

         Datum .........................      Unterschrift .................................................................

 

 

 

 

 

Für den Fall, dass Sie keine separate Vorsorgevollmacht erstellt haben oder, falls Sie eine davon abgetrennte Patientenverfügung richt finden, können Sie hier eine Vertrauensperson bevollmächtigen:

 

Vollmacht

 

Hiermit erteile ich


Name ........................................................................................................................
Anschrift ........................................................................................................................


Telefon: .......................... Mobil:.......................…... Telefax ..........................

 

Vollmacht, mich in allen Gesundheitsangelegenheiten zu vertreten. Dieses gilt insbesondere gegenüber Ärzten, Kliniken und Pflegediensten, die insofern von der Schweigepflicht entbunden werden.

         Datum .........................      Unterschrift .................................................................

 

 

 

 



[1] Dieser Punkt betrifft nur Gehirnschädigungen mit dem Verlust der Fähigkeit, Einsichten zu gewinnen, Entscheidungen zu treffen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Es handelt sich dabei häufig um Zustände von Dauerbewusstlosigkeit oder um wachkomaähnliche Krankheitsbilder, die mit einem vollständigen oder weitgehenden Ausfall der Großhirnfunktionen einhergehen. Diese Patientinnen oder Patienten sind unfähig zu bewusstem Denken, zu gezielten Bewegungen oder zu Kontaktaufnahme mit anderen Menschen, während lebenswichtige Körperfunktionen wie Atmung, Darm- oder Nierentätigkeit erhalten sind, wie auch möglicherweise die Fähigkeit zu Empfindungen. Wachkoma-Patienten sind bettlägerig, pflegebedürftig und müssen künstlich mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt werden. In seltenen Fällen können sich auch bei Wachkomapatienten nach mehreren Jahren noch günstige Entwicklungen einstellen, die ein weitgehend eigenständiges Leben erlauben. Eine sichere Voraussage, ob die betroffene Person zu diesen wenigen gehören wird oder zur Mehrzahl derer, die ihr Leben lang als Pflegefall betreut werden müssen, ist bislang nicht möglich.

[2] Dieser Punkt betrifft Gehirnschädigungen infolge eines weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozesses, wie sie am häufigsten bei Demenzerkrankungen (z.B. Alzheimer‘sche Erkrankung) eintreten. Im Verlauf der Erkrankung werden die Patienten zunehmend unfähiger, Einsichten zu gewinnen und mit ihrer Umwelt verbal zu kommunizieren, während die Fähigkeit zu Empfindungen erhalten bleibt. Im Spätstadium erkennt der Kranke selbst nahe Angehörige nicht mehr und ist schließlich auch nicht mehr in der Lage, trotz Hilfestellung Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise zu sich zu nehmen.

[3] Eine fachgerechte lindernde Behandlung einschließlich der Gabe von Morphin wirkt in der Regel nicht lebensverkürzend. Nur in Extremsituationen kann gelegentlich die zur Symptomkontrolle notwendige Dosis von Schmerz- und Beruhigungsmitteln so hoch sein, dass eine geringe Lebenszeitverkürzung die Folge sein kann (erlaubte sog. indirekte Sterbehilfe).

[4] Das Stillen von Hunger und Durst als subjektive Empfindungen gehört zu jeder lindernden Therapie. Viele schwerkranke Menschen haben allerdings kein Hungergefühl; dies gilt praktisch ausnahmslos für Sterbende und wahrscheinlich auch für Wachkoma-Patienten.

[5] Das Durstgefühl ist bei Schwerkranken zwar länger als das Hungergefühl vorhanden, aber künstliche Flüssigkeitsgabe hat nur sehr begrenzten Einfluss darauf. Viel besser kann das Durstgefühl durch Anfeuchten der Atemluft und durch fachgerechte Mundpflege gelindert werden. Die Zufuhr großer Flüssigkeitsmengen bei Sterbenden kann schädlich sein, weil sie u.a. zu Atemnotzuständen infolge von Wasseransammlung in der Lunge führen kann.

[6] Viele medizinische Maßnahmen können sowohl Leiden vermindern als auch Leben verlängern. Das hängt von der jeweiligen Situation ab. Wiederbelebungsmaßnahmen sind nicht leidensmindernd, sondern dienen der Lebens­er­haltung. Gelegentlich kann es im Rahmen von geplanten medizinischen Eingriffen (z.B. Operationen) zu kurzfristigen Problemen kommen, die sich durch Wiederbelebungsmaßnahmen ohne Folgeschäden beheben lassen.

[7] Vgl. § 3 Abs. 2 des Transplantationsgesetzes

[8] Der Notfallbogen versteht sich als „komprimierte Patientenverfügung“ für die Entscheidungssituation des Notarztes bei Herzkreislaufstillstand. Der Patient dokumentiert mit einem Notfallbogen seine Zustimmung oder Ablehnung der Herz-Lungen Wiederbelebung ggf. in Ergänzung einer Patientenverfügung. Der Notfallbogen kann nur nach dokumentierter ärztlicher Aufklärung vom Patienten unterzeichnet (und ggf. von der Pflegeeinrichtung gegengezeichnet) werden und bringt den erklärten Willen des Patienten in einer besonderen Situation zum Ausdruck [Kretschmer, B. (2002): Der „rote“ Umschlag für den Notarzt. Möglichkeiten und Chancen eines Notfall­bogens als komprimierter Patientenverfügung im Rettungseinsatz, in: May, A. Geißendörfer, E., Simon, A. Strätling, M. (Hg.): Passive Sterbehilfe: besteht gesetzlicher Regelungsbedarf? Münster: LII, S. 141-171; Stratmann, D. (2001): Entscheidungen am Lebensende — wie geht mich dies an? Brandenburger Notfallblatt, 2 (1), 6-7; Zeller, E.: Der Notfallbogen als komprimierte Patientenverfügung, in: Schulze, U., Niewohner, 5. (Hg.): Selbstbestimmung in der letzten Lebensphase zwischen Autonomie und Fürsorge, im Druck]



 
 
 
 
 
 
 
  letzte Akutalisierung 14.01.08